Nov 11 2017

E-Ladesäule: Stadtwerke möglicher Partner

So wie hier am Emder VW-Werk sollen auch in Südbrookmerland Stromtankstellen entstehen. Bislang gibt es hier noch keine solche Säule.Archivfoto: VW

Gewerbeverein Südbrookmerland hat neue Gespräche über Stromtankstellen in der Gemeinde in Gang gebracht
Südbrookmerland. Nachdem im August die Reaktion der Südbrookmerlander Politik auf das Angebot der EWE, gemeindeeigene Stromtankstellen aufzustellen, eher zurückhaltend ausgefallen war, hat der Gewerbeverein jetzt die Initiative ergriffen.
Wie Vorsitzender Detlev Krüger den ON auf Anfrage bestätigte, hat es erste Gespräche mit den neuen Stadtwerken Aurich über mögliche E-Ladesäulen gegeben. Das bestätigte Frank Köster-Düpree, bei den Stadtwerken fürs Marketing zuständig, auf ON-Anfrage. „Es war aber erstmal ein reines Kennenlernen“, sagte Köster-Düpree. Es gebe noch kein konkretes Angebot an die Gemeinde. Die Stadtwerke verfügten aber bereits über Partner mit Know-how in diesem Bereich. Und: „Es ist klar, dass das ein mögliches Geschäftsfeld für uns wird“, so Köster-Düpree.
Bislang betreiben die Stadtwerke Aurich noch keine eigene Stromtankstelle. Eine erste sogenannte Schnellladesäule soll demnächst am Energie-Erlebnis-Zentrum (EEZ) in Sandhorst entstehen, dort allerdings hat Windkraft-Konzern Enercon die Federführung. Die Beteiligung von Enercon ist bei dem Projekt in Südbrookmerland bisher kein Thema.
Gewerbevereinsvorsitzender Krüger erläuterte im Gespräch mit den ON, dass etwa die Interessengemeinschaft (IG) der Kaufleute am Marktplatz Moordorf über eigene Stromanschlüsse im Bereich des Marktplatzes verfüge. „Vorhandene Anschlüsse zu nutzen, wäre kostengünstiger“, so Krüger. Grundsätzlich sei es wichtig, auch in Südbrookmerland Ladesäulen für Elektroautos vorzuhalten, damit die klimafreundlichere Technologie weitere Verbreitung finde. „Es ist wichtig, mit der Zeit zu gehen. Ich sehe das als Bereicherung“, so Krüger. Die Gewerbetreibenden wollten sich durchaus an der Umsetzung beteiligen, so der eindeutige Tenor. Wilfried Müller von der Gemeindeverwaltung bestätigte auf ON-Nachfrage, dass es erste Gespräche mit einem weiteren Anbieter neben der EWE gegeben habe. Auch der Gewerbeverein sei beteiligt.
Zur Erinnerung: Die EWE hatte der Gemeinde das Angebot gemacht, für rund 150 Euro pro Monat fünf Jahre lang eine Stromtankstelle zu betreiben. Einigen Ratsleuten war das angesichts der knappen Kassen zu viel Geld – zumal ja die EWE auch noch selbst verdiene mit den Anlagen. Die Politiker waren der Auffassung, die Initiative bei den Strom-Säulen solle man eher privaten Unternehmen überlassen.

FWG und CDU sehen Beteiligung der Gemeinde kritisch
CDU-Fraktionschef Hilko Gerdes teilte zu dem Thema jüngst noch einmal mit, die Gemeinde solle wegen ihres „schmalen Haushalts“ auf die Errichtung eigener Stromtankstellen verzichten. Er setzt auf die Initiative von Privatunternehmen wie Edeka, Combi oder am Marktplatz.

Auch die FWG-Fraktion sieht die Einrichtung von gemeindeeigenen Stromtankstellen kritisch. Immerhin müsse die Gemeinde beim EWE-Angebot über die fünf Jahre insgesamt knapp 9000 Euro pro Stromtankstelle aufwenden. Auch die FWG plädiert dafür, dass andere Stromanbieter aus der Region erst einmal ihre Angebote mit womöglich günstigeren Konditionen vorlegen. Die FWG schlägt auch vor, zu prüfen, ob der Auricher Windkraft-Konzern Enercon Interesse an der Einrichtung einer Ladesäule in Südbrookmerland haben könnte.
Im Augenblick ist also noch nicht klar, wo am Ende in Südbrookmerland Strom-Ladesäulen entstehen werden. Wie berichtet, plant die EWE aber auf jeden Fall eine Säule zusammen mit Edeka am Supermarkt an der Bundesstraße (Gerbers). Wann diese gebaut wird, ließ sich gestern Nachmittag nicht in Erfahrung bringen.
Wenn es nach der Gemeinde geht, wäre auch ein Standort im Bereich des Marktplatzes Victorbur interessant. Der Wirtschaftsausschuss hat deshalb im September die Verwaltung beauftragt, Gespräche mit dem Leeraner Bünting-Konzern zu führen, der dort den Combi-Markt betreibt. Ziel sei, Bünting das Aufstellen von Ladesäulen schmackhaft zu machen – zumal dann, wenn Mitbewerber Edeka in Moordorf zusammen mit der EWE die Pionierrolle übernimmt.
Ursprünglich auch im Gespräch war eine Ladestation am Großen Meer. Doch da ist die Frage, ob sich so eine Säule außerhalb der Touristen-Saison wirklich lohne. „Wir behalten die Idee aber im Auge“, hieß es von der Gemeinde gestern.

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