Apr 04 2017

KAUFLEUTE FORDERN NEUE GEWERBEGEBIETE

Detlev Krüger (links) und Geschäftsführer Harm Konken wünschen sich eine dauerhafte Zusage für die Ausstellungsfläche für die Gewerbeschau in Moordorf. Foto: Stapf

Vorsitzender: Gemeinde Südbrookmerland muss jetzt planen, um für die Zukunft gerüstet zu sein – und darf nicht alles bis zur Entscheidung über die Zentralklinik vertagen

Südbrookmerland. Einen Appell hat am Donnerstag der Gewerbevereinsvorsitzende Detlev Krüger an die Gemeinde Südbrookmerland gerichtet: Bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins Südbrookmerland im Gasthof Thun in Moorhusen warnte er davor, sich durch die Planungen für die Zentralklinik davon abhalten zu lassen, aktiv nach Gewerbegebieten und interessierten Unternehmern zu suchen. Betriebe, die derzeit keinen Grund und Boden fänden, zögen woanders hin und die Gemeinde verlöre Steuereinnahmen.

Es gebe viele Unternehmer, die sich in der Gemeinde niederlassen wollten, sagte Krüger auf ON-Nachfrage. Im vergangenen Dreivierteljahr habe er Anfragen von drei ganz verschiedenen Betrieben erhalten, darunter eine Firma für Meerwasseraquaristik, ein Pflegedienst und ein Unternehmen aus dem Gewerbegebiet Georgsheil, das eine weitere Halle bauen wolle. Eine Fläche habe bislang keine der Firmen gefunden, so Krüger, denn abgesehen von dem frisch verkauften früheren Grundstücks des Gewerbevereins und von zwei Flächen am Handelsring sei alles weg.

Solange es kein festes Areal für die geplante Zentralklinik gebe, hänge alles in der Schwebe. Das vor Jahren geplante Gebiet UTG 2 nördlich der Bundesstraße 72 und östlich der Uthwerdumer Straße werde für die Klinik vorgehalten, und damit seien die Möglichkeiten der Gemeinde erschöpft. „Solange nichts entschieden ist, kann es kaum neue Niederlassungen in Südbrookmerland geben“, sagte Krüger – der ein entschiedener Befürworter der Zentralklinikpläne ist. So lange werde es aber auch keine Steuern für die klamme Gemeinde geben. Die Klinik bringe der Gemeinde ohnehin nicht so viele Einnahmen wie neue Firmen.

„Bis bei der Klinik alles entschieden ist, kann man die Diskussion über neue Gewerbeflächen nicht aufschieden“, so Krüger. Denn wenn eine Fläche für ein neues Gewerbegebiet gefunden sei, sei dieses lange noch nicht bezugsfertig. Die Lage Südbrookmerlands zwischen Aurich, Norden und Emden sei sehr attraktiv. „Die Gemeinde müsste den Standort viel besser vermarkten und Firmen ansprechen, statt zu warten, bis die Unternehmer von selber anfragen.“ Da das Genehmigungsverfahren lange dauere, müsse man schon jetzt anfangen, alternative Flächen zu suchen.

Bürgermeister Friedrich Süßen und Erster Gemeinderat Hans-Joachim Stedler waren gestern für eine Aussage nicht zu erreichen.

Noch ein weiteres Anliegen hat Krüger an die Gemeinde: Nach der äußerst positiven Bilanz der Gewerbeschau, die 2016 erstmals am Marktplatz in Moordorf stattgefunden hat, forderte der Vereinsvorsitzende die Gemeinde auf, das Areal zu kaufen. Derzeit sei die Fläche, auf der die Zelte gestanden haben, in der Hand von Firmen und Privatleuten. Da es auch für eine Gewerbeschau kein gut erschlossenes Gebiet in der Gemeinde gebe, solle diese es kaufen, bevor es andere Interessenten gebe. Während der anschließenden Diskussion wurde der Vorschlag geäußert, die Fläche zu Parkplätzen zu machen. So bliebe der freie Platz erhalten, hätte aber auch dann einen Nutzen, wenn nicht gerade die Gewerbeschau dort stattfindet. Geschäftsführer Harm Konken sagte: „Das müssen wir in den nächsten Monaten in Angriff nehmen.“

Krüger ergänzte, dass dann auch darüber nachgedacht werden könnte, einen längeren Weihnachtsmarkt für die ganze Gemeinde zu veranstalten, statt für je wenige Stunden an mehreren Orten Buden aufzubauen. Dann lohne der Aufwand und es sei mehr weihnachtliche Atmosphäre möglich. Zudem könne über einen Jahrmarkt nachgedacht werden.

Gemeinsame Werbung , und zwar im Radio plant der Gewerbeverein will gemeinsam werben für dieses Jahr. Organisiert durch den Verein sollen sich jeweils drei bis vier Betriebe für einen Spot zusammenschließen, der bei Radio Nordseewelle laufen soll, sagte Detlev Krüger. Das soll einen Synergieeffekt nach sich ziehen, aber vor allem die Kosten für die einzelnen gering halten.

Neben der Radtour soll es ein Treffen für die Firmeninhaber, ihre Mitarbeiter und die Familien geben. Angedacht ist eine Veranstaltung im Stil des „Sommers am Wall“ in Aurich. Noch werden Ideen gesammelt.

Gemeinsame Workshops sollen die Gewerbetreibenden auf dem Laufenden halten. Nach einer Facebook-Marketing-Schulung sollen nun Themen wie die sogenannte Blackbox für die Kassensysteme angegangen werden.

VON ANN-KATHRIN STAPF UND KARIN BÖHMER

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