Jan 24 2017

Kaufleute: Vier Sonntage mit Verkauf reichen

Händler im Brookmerland und in Südbrookmerland halten nichts von der Forderung, Läden an mehr Feiertagen zu öffnen

Marienhafe/Victorbur. Aufwand und Ertrag müssen sich mindestens die Waage halten. Nach diesem banalen Satz wirtschaften Kaufleute seit Jahrtausenden. Und mehr verkaufsoffene Sonntage bringen nach Einschätzung von Manfred Kruse, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Marienhafe, und Detlev Krüger, Vorsitzender des Gewerbevereins Südbrookmerland, mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr zahlende Kunden, sondern vor allem mehr Aufwand.

Für Marienhafe reichten vier Sonntage mit Ladenöffnung vollkommen aus, sagte Kruse auf Nachfrage der ON. Anders als von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostfriesland vorgeschlagen, wünschen sich die Kaufleute im Brookmerland nicht mehr als vier verkaufsoffene Sonntage. „Es gab auch schon Jahre, da haben wir nur drei der vier möglichen Tage ausgenutzt“, sagte Kruse.

Wichtig sei es aus Sicht der Brookmerlander Kaufleute, dass es immer einen Anlass gibt. Traditionell melden die Geschäfte in der Samtgemeinde zum Frühlings- und zum Herbstmarkt einen offenen Sonntag an. Zwei weitere Termine würden jährlich neu festgelegt, so Kruse. Heute Abend trifft sich der IG-Vorstand, um die Pläne für dieses Jahr zu machen.

Das Ladensöffnungs-Gesetz wird dann auch Thema sein. Bislang dürfen pro Kommune die Läden an vier Sonntagnachmittagen öffnen. Ausgenommen sind die Adventszeit und christliche Feiertage. In einem neuen Gesetzesentwurf soll die Öffnung an einen Anlass gekoppelt werden. Jahrmärkte könnten so ein Anlass sein. Dagegen wehrt sich die IHK Niedersachsen. Deren ostfriesischer Verband fordert gar eine Aufstockung der Tage, um mit dem Online-Handel Schritt halten zu können.

Kruse und Krüger sehen hingegen eher den Aufwand, der mit einer Sonntagsöffnung verbunden ist. Wenn es ein attraktives Angebot gibt, kommen die Kunden. Dann lohnt es sich. Doch beide Kaufmannschaftsvorsitzende fürchten, dass dieser Effekt sich abnutzt, wenn das Angebot zu oft kommt. Der Aufwand sei für kleine Läden beträchtlich. Mitarbeiter müssten Überstunden machen, Ware beschafft und Aktionen betreut werden. Dafür brauchen kleine Geschäfte zusätzliches Personal oder Hilfe von Freunden. „Die Mitglieder haben nie gesagt, dass sie sich mehr Sonntage wünschen“, sagte Kruse, „und so was lohnt sich nur, wenn alle mitziehen.“ Ihm wäre es aber ein Dorn im Auge, wenn die Kaufleute immer einen Anlass schaffen müssten.

Kruse, der den Edeka-Markt in Marienhafe sowie einen in Hage betreibt, sieht im Vergleich seiner beiden Geschäfte klare Unterschiede zwischen Küste und Binnenland. An der Küste wollen die Touristen auch sonntags Programm.

Das ist auch ein Faktor in Südbrookmerland. Obwohl am Großen Meer Gäste weilen – mit einer Sonntagsöffnung sprechen die Kaufleute laut Krüger vor allem Südbrookmerlander und Kunden aus dem Umland an.

Die beiden Gewerbezentren Moordorf und Victorbur einigen sich für gewöhnlich auf gemeinsame Öffnungstage. Zieht einer mal nicht an allen vier erlaubten Tagen mit, machen die Kaufleute eines Ortes auch schon mal alleine etwas. Zuletzt am 8. Januar, als in Victorbur ein Inventur-Verkauf stattfand.

Das wäre vermutlich kein „Anlass“ im Sinne des geplanten Gesetzes. Daher sieht auch Krüger es kritisch, wenn immer mehr Hürden für die Genehmigung aufgebaut werden. Mehr Sonntage zum Verkauf hält er aber auch nicht für nötig. „Wir sehen, dass das sehr viel Arbeit macht“, so Krüger. Viele Kunden lehnten Einkaufen am Sonntag ohnehin ab. „Also muss man den Mitarbeitern das auch nicht antun.“

Über mehr XXL-Nächte wurde in Südbrookmerland noch nicht diskutiert. Im Brookmerland gibt es „Marienhafe bei Nacht“. „Das ist immer ein extremer Einsatz für die Kaufleute – der sich aber auch bei jedem Wetter lohnt“, sagte Kruse. Deshalb sei zu überlegen, eine XXL-Einkaufsnacht auch im Advent anzubieten. „Aber auch das muss mit allen abgesprochen werden“, so Kruse.

Vier Sonntage mit Verkauf reichen
Der Frühlingsmarkt in Marienhafe nützt auch den Läden. Ander Aufstockung der verkaufsoffenen Sonntage haben die Händler aber

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