Jan 11 2017

FREIE WÄHLER POCHEN AUF INFO-ABEND

Georgsheil. Die einen stellen Anträge, die anderen handeln. So lässt sich der Wirbel um den geplanten Umbau der Ortsdurchfahrt in Georgsheil derzeit beschreiben. Während FWG-Fraktionschef Thomas Erdwiens weiterhin auf eine Informationsveranstaltung pocht, hat Gewerbevereins-chef Detlev Krüger längst selbst die Initiative ergriffen und erntet dafür das Lob des Bürgermeisters.

Wie berichtet, soll die Ortsdurchfahrt in Georgsheil noch vor den Sommerferien auf einer Länge von etwa 600 Metern (siehe Grafik) saniert werden. Zudem soll mit der Verlängerung der Abbiegespur in Richtung Norden ein Nadelöhr beseitigt werden. Das Problem: Aus Arbeitsschutzgründen muss die Emder Straße (B 210) für die Bauarbeiten vermutlich mehrere Tage lang voll gesperrt werden. Erdwiens hatte deshalb, wie berichtet, bei der Gemeinde die Einberufung einer Informationsveranstaltung beantragt. Er befürchtet Beeinträchtigungen für Anwohner und insbesondere für Gewerbetreibende im Bereich der geplanten Baustelle.

Bürgermeister Friedrich Süßen (SPD) hält nicht viel von dieser Idee. Aus seiner Sicht ist eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema nicht nötig. Vor allem nicht auf Initiative der Gemeinde. Die, so Süßen, ist nämlich überhaupt nicht zuständig. Wenn überhaupt, dann müsse sich Erdwiens an die Landesstraßenbaubehörde oder an die Verkehrsbehörde des Landkreises wenden, so der Bürgermeister. Abgesehen davon seien die nötigen Informationen bereits in der Presse zu lesen gewesen. Dennoch werde er den Inhalt des Antrages sowie des zweiten FWG-Schreibens in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses, am kommenden Dienstag, bekanntgeben. Das Engagement des Gewerbevereinsvorsitzenden Detlev Krüger imponiert dem Bürgermeister dagegen. „Detlev ist eben ein Macher“, so Süßen.

Krüger selbst lassen solche Diskussionen kalt. Er hat, wie berichtet, längst selbst das Heft des Handelns in die Hand genommen. Der Vorsitzende des Südbrookmerlander Gewerbevereins suchte das Gespräch mit den betroffenen Unternehmern an der Emder Straße und erkundigte sich nach ihren Bedenken. Zudem besorgte er sich Informationen zum Stand der Planungen aus erster Hand, nämlich vom zuständigen Sachbearbeiter bei der Straßenbaubehörde des Landes. „Die ganze Sache wird weniger schlimm, als zunächst gedacht“, so Krüger. Er sitzt bei künftigen Gesprächen zum Thema mit am Tisch und wird die Sorgen seiner Unternehmer-Kollegen vorbringen. Möglicherweise, so Krüger, könne auf den ein oder anderen Punkt Rücksicht genommen werden. Von der Baustelle direkt betroffen wären neben einer Bäckerei ein Werkstattbetrieb mit Tankstelle und Abschleppdienst, eine Tierarztpraxis und die Praxis eines Physiotherapeuten. Krüger sieht nach seinen Gesprächen aber gute Chancen, die Beeinträchtigungen für die Unternehmer möglichst gering zu halten.

Die Straßenbaubehörde hat unterdessen auf Nachfrage der ON weitere Einzelheiten bekanntgegeben. Wie der zuständige Sachbearbeiter Aart Vietor sagte, plane man derzeit mit Kosten von etwa 310 000 Euro. Dies sei aber nur ein Voranschlag. Die tatsächliche Summe könne nach der Ausschreibung anders aussehen. Und auch darüber, von wo bis wo sich die Baustelle erstrecken wird, herrscht nun Klarheit. Unklar ist hingegen noch, wie eine mögliche Umleitung aussehen könnte. Eine Variante wäre der Weg aus Richtung Emden über die Schöpfwerkstraße, vorbei am großen Meer und dann durch Wiegboldsbur. Möglicherweise bringt dazu ein für kommende Woche geplantes Gespräch zwischen der Straßenbaubehörde und der Verkehrsbehörde Klarheit. Detlev Krüger wird bei diesem Gespräch dabei sein und anschließend alles Wichtige mit seinen Unternehmerkollegen besprechen – vermutlich ganz ohne Info-Abend.

Holger Janssen, ON-Digital v. 11.01.2017

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